Atomkraft: Nie wieder!

Bei ihrem jüngsten turnusmäßigen Treffen sah sich die Energiewende Rüsselsheim eV unfreiwillig mit einem Thema konfrontiert, das sie eigentlich schon für erledigt gehalten hatte: Die Atomenergie taucht plötzlich wieder auf. Nachdem die drei letzten Atomkraftwerke in Deutschland ja eigentlich vor einem Jahr endgültig vom Netz gegangen waren, hat jetzt die CDU in ihr Grundsatzprogramm geschrieben, dass man die Option für die Kernkraft offenhalten will, und auch aus der FDP gibt es starke dahingehende Bestrebungen.

Dies stieß bei den Teilnehmern des Energiewende-Stammtischs auf Unverständnis: Schon die ökonomischen Fakten sprächen dagegen, kein Energieunternehmen wolle mehr Atomkraftwerke betreiben und wie die Beispiele im Ausland zeigen, sind solche Anlagen überhaupt nur mit dauerhaften hohen Subventionen finanzierbar, etwa der Neubau Hinkley Point in England, dessen Kosten sich seit Baubeginn mehr als verdoppelt haben. In den nächsten Jahrzehnten gehen -zig Atommeiler vom Netz, aber es gibt kaum Neubauten, die zudem viel länger dauern und viel teurer werden als zunächst geplant. Und besonders schwer fallen die Sicherheitsprobleme ins Gewicht: Gerade jährte sich einer der ersten größeren Atomunfälle zum 45. Mal, der Reaktorunfall von Three Mile Island bei Harrisburg in USA, wo im März 1979 eine Kernschmelze Radioaktivität freisetzte, was zu großen Evakuierungen führte. Dies erregte zu Beginn der Anti-Atom-Bewegung viel Aufmerksamkeit, war aber im Verhältnis zu weiteren seither passierten Atomunfällen noch geradezu glimpflich – die Katastrophen von Tschernobyl 1986 und Fukushima 2011 haben unsäglich viel mehr Leid verursacht und Schäden angerichtet. Insgesamt zeige diese Schadenskette aber doch die enorme Gefahr, die von der Atomkraft ausgehe, auch in Deutschland hat es zahlreiche Stör- und Unfälle in AKW gegeben, in Gundremmingen trat eine große Menge radioaktives Wasser aus und selbst das nahe AKW Biblis ist einmal haarscharf an einem größeren Unfall vorbeigeschrammt. Auch die Endlagerung des Jahrtausende gefährlich strahlenden Atommülls sei noch immer nicht gelöst.

Als Resumée wurde einhellig festgestellt, dass die atomare Energieerzeugung keine Zukunft haben könne, sie passe auch gar nicht zu einem auf erneuerbaren Energien basierenden Energiesystem, sodass man nur hoffen könne, dass die Debatte darüber langsam abklinge und die Atomkraft im CDU-Grundsatzprogramm ihr Endlager finde.

Betrachtungen über das gesamte Opel-Gelände in Rüsselsheim mit der Ausrichtung auf eine zukunftsfähige Ver- und Entsorgung

1. Ausgangslage:

Beim vorgefunden Bestandswerksgelände incl. der bereits verkauften Areale für Motorworld, F-Bau-Campus, Segula und Ikea sind bereits aus der Historie heraus grundsätzlich erste gute Ansätze für eine nachhaltige Ver- und Entsorgung anzutreffen.

Neben einem GuD-Kraftwerk, das Kraftwärmekopplung betreibt und vom dem alle Gebäude mit einem Nahwärmenetz versorgt werden, welches nach relativ neuesten technischen Gesichtspunkten gefahren werden kann, gibt es ebenso eine Power-to-Heat-Anlage, die im Rahmen der Umgestaltung der Deutschen Energieversorgung ihren Beitrag leistet.

Auf einigen Fabrikhallen sind seit einigen Jahren PV-Module installiert, die zusammen eine der größten PV-Dachanlagen in Deutschland ergeben.

Bei der Wasserversorgung auf dem Werksgelände wird zwischen Trinkwasser und Gebrauchswasser unterschieden, so dass nur dort Trinkwasser genutzt wird, welches auch den hohen Anforderungen an diese Qualität, insbesondere für den menschlichen Gebrauch, rechtfertigt. Dadurch ist sichergestellt, dass das kostbare Gut Trinkwasser deutlich eingespart und das Grundwasser geschützt wird.

Die vorhandenen Produktionsanlagen sind über die Jahre so optimiert worden, dass bereits heute eine hohe Wasserwiederverwendung direkt erfolgen kann.

Bei der Abwasserentsorgung wird bereits ab dem Entstehen des Abwassers im Trennsystem gefahren. Oberflächenwasser (z.B. Regen) wird direkt in den Main eingeleitet.Getrennt nach chemischem, ölhaltigem und häuslichem Belastungen wird Abwasser unter Beachtung der Grenzwerte nach jeweiligen speziellen Reinigungsverfahren und – Stufen in den Main geleitet.

Bei den bestehenden Gebäuden sieht es leider nicht so günstig aus, diese sind relativ alt und habe keinen oder keinen nennenswerten Wärmeschutz und viele Fassaden oder die ganzen Gebäude unterliegen einem Denkmal- bzw. Ensembleschutz.

Das gesamte Gelände hat wenig Grün und ist fast zu 100% versiegelt.

Die verkehrstechnische Erschließung ist bei einem solchen Industrieareal vorbildlich, neben der großzügigen Anbindung an das Straßennetz, mit vielen Parkplätzen und davon eine große Anzahl bereits mit Ladesäulen ausgerüstet (ca. 600 Ladepunkte), gibt es sowohl einen Hafen (Main), der leider nicht mehr genutzt wird, einen direkten Bahnanschluss mit Gleisen über Werksgelände verteilt. Ebenso ist ein in die Jahre gekommener separater Bahnhof vorhanden, der von den S-Bahn-Linien 8 und 9 bedient wird. Auch die Erreichbarkeit mit dem Fahrrad ist sehr gut gegeben und es gibt an allen Portalen entsprechende Abstellplätze. In Zukunft soll sogar ein Radschnellweg von Mainz bis Frankfurt das Gelände queren (Mainzer Straße).

2. Hintergrund:

Durch die Reduzierung bzw. Auslagerung von bereits auch heute leerstehender Teilflächen des gesamten ursprünglichen Opel- Werksgeländes in Rüsselsheim am Main an andere Nutzer ergaben und ergeben sich zukünftige neue Bereiche:

– Altwerk I nördlich der Bahngleise > nun Motorworld (Gebäude A bis D ohne D8/10; 6,6 ha)

– Altwerk I südlich der Bahngleise > nun Investor Höbig (F-Bau Campus; ? ha)

– Nr. 154 Weisenauer Straße 20 ha (Altwerk II nördlich der Bahngleise) > zukünftiger Nutzung offen (Gebäude D bis J; AS+P 2; 18,6 ha)

– Nr. 155 Rugbyring Nord 25 ha (Freifläche zwischen N50 und F-Bau) > zukünftiger Nutzung offen; (AS+P 3; 21,5 ha)

– Nr. 155 Rugbyring Nord 25 ha(Entwicklung östlich und Firmenzentrale, Gebäude N) > zukünftiger Nutzung offen; (AS+P 3; 21,5 ha)

– Entwicklung westlich > nun Segula (Gebäude P und Teile von N; 7,0 ha)

– Westliche K-Gelände > nun IKEA (Gebäude K175; (13, 8 ha)

– Nr. 153 Mainzer Straße Süd 26 ha (Teil & Zubehör K-Gelände) > zukünftiger Nutzung offen (Gebäude K65/110; AS+P 7; 21,9 ha)

– Fertigung K-Gelände > Nutzung weiter Opel (alle anderen K Gebäude, der zukünftige Neu Opel-Campus)

– Nr. 152 Mainzer Straße Nord 49 ha (M-Gelände, ab Auslaufen der Getriebefertigung in 2023) besteht nur noch aus Kraftwerk (KEO), Wasseraufbereitung und Kläranlage, sowie größere ungenutzte Gebäude und Freiflächen, deren zukünftige Nutzung noch zu entwickeln ist (AS+P 1; 40,6 ha).

– Nr. 156 Rugbyring Süd 7 ha (PKW-Abstellflächen südlich B43, AS+P 4,5,6; 4,3ha)

– Nr. 157 Rugbyring West 7 ha (PKW-Abstellflächen süd/östlich Bahn, AS+P 9; 5,3 ha)

Insgesamt wird eine Fläche von 161,4 bzw. 139,7 ha (ohne F-Bau Campus, jedoch incl. IKEA, Segula und Motorworld) mit einem zukunftsfähigen Versorgungskonzept zu erschließen sein (Neubaugebiet Eselwiese hat 60 ha = 37 % davon).

3. Erzeugungsanlage auf dem Opel- Gelände:

1. Auf dem Opel- Gelände befindet sich ein systemrelevantes GUD-Kraftwerk des Betreibers KEO (Konsortium Energieerzeugung Opel), der dort für 40 Jahre ein Grundstück zur Errichtung und Betrieb einer Strom- und Wärmeerzeugung mittels Kraftwärmekopplung gepachtet hat. Weiterhin hat dieser noch ein Grundstück in der Nähe der Lackiererei für den Betrieb einer Wärmeerzeugung gepachtet. Gesellschafter von KEO sind je 2/3 Anteil EON und je 1/3 Anteil KMW.

Technische Eckdaten dieser Erzeugungskapazitäten:

  • Gas- & Dampfkraftwerk mit Gas mit Kraftwärmekopplung M120
  • Leistung (elektrisch) 101 MW
  • Leistung (thermisch) 88 MW
  • Wirkungsgrad el. 52,3 %
  • Brennstoffnutzungsgrad 88 %

 

  • Heizwerk 1 M125 mit Gas
  • Leistung (thermisch) 125 MW

 

  • Heizwerk 2 K124 mit Gas
  • Leistung (thermisch) 120 MW
  • Power-to-Heat-Anlage mit einer elektrischen Leistung von 40 MW (Megawatt)

2. Weiterhin gibt es insgesamt 4 größere PV-Anlagen auf den Dächern der Opel-Werkshallen, die in das 20 KV Netz von Opel einspeisen, jedoch bilanziell dem vorgelagerten allgemeinen Netz der Syna zugeordnet sind, der auch die Vergütung an die 3 Betreiber auszahlt. Diese Anlagen wurden durch den Investor Wattner AG aus Köln in 2010/2011 errichtet und die Dächer sind an die Betreiberfirmen verpachtet.

Da diese Anlagen erst vor rund 10 Jahren in Betrieb gegangen sind, gelten für diese noch Abnahme- und Vergütungsregeln für weitere ca. 10 Jahre.

 

4. Medienversorgung:

I. Strom:

die Stromversorgung erfolgt derzeit über die Umspannanlage Opel 110KV/20KV im westlichen Teil des Geländes über 4 Trafos je 50 MVA über zwei unterschiedlichen vorgelagerte Netzgruppender Syna und KMW, dadurch können Notstromaggregate vermieden werden. Das gesamte Gelände wird über zwei getrennte 110/20KV-System versorgt.

Der Strom selbst kommt entweder zu 100% aus dem KEO- Kraftwerk als KWK-Strom oder aus dem öffentlichen Stromnetz. Werksspitze (gesamt) liegt bei < 45MW.

Das gesamt Altwerk I ist bereits seit Sept. 2018 über das öffentliche Stromnetz der Stadtwerketochter EVR mittels einer neu errichteten Schaltanlage in der Elisabethenstraße versorgt (Anmerkung: dies gilt auch für die anderen Medien – Trinkwasser und Erdgas).

Eine Besonderheit sind die 3 Ladefarmen auf dem Opel- Gelände, die bereits heute an das öffentliche Stromnetz der Stadtwerketochter EVR angeschlossen wurden und mit Öko-Strom versorgt sind.

II. Wärme:

Das Gesamte Werksgelände incl. der bereits verkauften Flächen für Segula, IKEA, Motorworld und F-Campus und der Rüsselsheimer Bahnhof wird über 3 räumlich getrennte Netze von zwei Einspeisestellen (Heizwerke K124 und M125) mit Fernwärme 120/70°C versorgt.

Diese 3 Systeme werden über frequenzgesteuerte Umwälzpumpengruppen, die über Diffenzdruckmeßwerte an jeweils 3 Schlechtpunkten im Netz gemessen werden, gesteuert.

System 1 versorgt im Wesentlichen das Altwerk (A-J) und das N und P-Gelände.

System 3 (das einzige, das gleitend gefahren werden könnte) versorgt die Bereiche K bis M.

System 4 (das einzige, in das auch das Heizwerk K124 einspeisen kann) versorgt den K115 und den K40 und über M125 (quasi rückwärts) kann in die beiden anderen System Wärme gebracht werden.

Druckhaltung erfolgt immer zentral nur im Heizwerke M125 und notfalls auch im K124.

Das gesamte Netz ist durch die fernüberwachten über 100 Gebäudeübergabestationen vollumfänglich über die Netzleitzentrale 24/7 überwacht und sogar ferngesteuert.

III. Trinkwasser:

Das gesamte Werksgelände wird über eine Übergabestelle (Gebäude N7) am Rugbyring mit Trinkwasser durch die Tochter der SWR versorgt. Auf dem Gelände erfolgt die Weiterverteilung durch interne Leitungen. Das Parkhaus N51 das Adam Opel Haus N60 haben bereits eine direkten Anschluss an die die Öffentliche Trinkwasserversorgung im Rugbyring.

Für das gesamt Altwerk I ist bereits die Trennung weitgehendst umgesetzt. Seit Januar 2015 wurde das Höbi- Gelände bzw. F-Bau Campus direkt über das öffentliche Trinkwassernetz der Stadtwerketochter WVR mittels einer neu errichteten zentralen Messstelle in der Elisabethenstraße (über bestehenden Opel-Versorgungstunnel) versorgt. Toilettenspülung, Kühlwasser und Löschwasserbereitstellung erfolgt dort auch über Trinkwasser. Der Bereich Motorworld ist zwar zur Umstellung auch über die Elisabethenstraße geplant, aber noch nicht ausgeführt und wird derzeit wohl über den F-Bau mitversorgt.

IV. Gebrauchswasser:

Fast das gesamte Werksgelände wird durch ein separates Gebrauchswassernetz erschlossen. Ausnahmen sind Teile des Altwerkes und der F-Campus. Das Gebrauchswasser wird in einer opel-eigenen Aufbereitungsanlage am Main aus Flusswasser erzeugt, wobei für die ersten Aufbereitungsstufen, die der Kühlwasserentnahme für das KEO- Kraftwerk mit genutzt werden. Die Aufbereitung besteht aus Grobrechen, Feinfilter, Accelator und Kiesbettfilter. Es werden ca. 1,5 Mio. m3 im Jahr aufbereitet. Zur Bereitstellung gehört auch eine Hochbehälteranlage im Turm Bau J5 aus 12 Hochbehältern, die für die Druckhaltung erforderlich sind. Letztlich ist dieses Gebrauchswasser reines Oberflächenwasser, das über den Umweg und Puffer Main aus Flusswasser erzeugt wird.

Für das gesamt Altwerk I ist bereits die Trennung weitgehendst umgesetzt. Seit Januar 2015 wurde das Höbi- Gelände bzw. F-Bau direkt über das öffentliche Trinkwassernetz der Stadtwerketochter WVR versorgt.

V. Erdgas:

Das Gesamte Werksgelände wird über zwei Übergabestellen (Gebäude M14 und K125) mit Erdgas für die Produktion und Erdgas für den Kraftwerksbetreiber KEO durch getrennte Regelschienen versorgt. Auf dem Gelände erfolgt die Weiterverteilung durch interne Leitungen auch an Dritte, wie z.B. die Aral-Tankstelle.

Das gesamt Altwerk I wird schon Jahrzehnte lang nicht mehr mit Erdgas versorgt, da dort bisher keine Verbraucher angesiedelt sind.

Das Erdgas wird bis auf die Ausnahme in den Heizwerken und im Kraftwerk nur für industrielle Prozesse und in der Regel nicht zum Heizen benötigt. Dabei ist der wesentliche Verbraucher die Lackiererei, die dort das Erdgas in der thermischen Nachverbrennung der Trockner einsetzt. Einige sehr wenige Hallen sind mit Erdgasinfrarotstrahlern ausgerüstet.

VI. weitere Medien:

Die Versorgung mit den Medien VE-Wasser, Hydranten-Sprinkler-System und Druckluft wird hier nicht weiter betrachtet, soll nur der Vollständigkeit erwähnt werden. Diese Medien dienten der jeweiligen industriellen Fertigung. bzw. als Nachspeisewasser im Kraftwerk.

5. Zukünftige Erzeugung:

Das Heizwerk und das Kraftwerk sollten grundsätzlich weiter bestehen bleiben, deren Brennstoffe wären jedoch auf Nachhaltigkeit umzustellen, um eine weitgehendst CO2-freie Erzeugung zu erhalten.

Dafür kämen verschieden Lösungen in Frage: Bio- Methan oder Holz oder Geothermie oder Flusswasser (Main).

Das zusätzliche, in die Jahre gekommene Kesselhaus K1245 (Baujahr um 1980) sollte jedoch stillgelegt werden, so dass nur noch an einem Punkt Wärme in die Systeme eingespeist wird.

Die 4 PV-Dachanlagen sind zu erhalten, weitere Dachflächen sind mit PV-Anlagen verpflichtend zu bestücken.

6. Zukünftige Medienversorgung:

I. Strom:

Die Stromversorgung sollte auch weiter aus dem mit nachhaltigen Brennstoffen im örtlichen Kraftwerk mittels Kraft-Wärme-Kopplung erzeugen Strom erfolgen und durch weitere PV-Anlagen ergänzt werden. Der Solarmodulanteil auf Dachflächen sollte auf mindestens 50 % festgeschrieben werden.

II. Wärmeversorgung:

Im Rahmen der Verpflichtung einer kommunalen Planung der Wärmeversorgung wäre grundsätzlich das Ziel, die Wärmeversorgung komplett aufrecht zu halten und über KEO eine nachhaltige Wärmebereitstellung am Übergabepunkt bei der Erzeugung zu erhalten. Dieses vorhandene Wärmenetz wäre dann auch die ideale Keimzelle eines sich erweiternden Fernwärmenetzes in die anderen Stadtteile. Das gesamte Gelände wäre dann als Fernwärmevorranggebiet zu kennzeichnen.

Je nach zukünftiger Nutzung sind die bisher doch recht hohen Temperaturen von 120/70° auf ein niederes Temperaturniveau zum Beispiel 80/50° zu reduzieren, um nachhaltiger zu werden und die Netzverluste zu minimieren. Dies bedeutet jedoch auch entsprechende Umrüstungen der Heizflächen in den weiter bestehen bleibenden Gebäuden.

Erst einmal können die 3 Systeme erhalten bleiben. Deren Anzahl ist in Abhängigkeit der Nutzeranforderungen im weiteren Projektverlauf zu prüfen und zu überarbeiten.

Weitere Verbraucher außerhalb des Opel-Geländes sind anzuschließen (z.B. städtische Liegenschaften, Eselswiese etc.).

Wärme aus Abwärmequellen bei reduzierten Netztemperaturen wäre bevorzugt aufzunehmen. Ideal wäre bei einer Ansiedlung von Rechenzentren, deren Abwärme darin zu integrieren.

III. Trinkwasser:

Die bestehende Trinkwasserversorgung sollte entsprechend den neuen Anforderungen angepasst werden, jedoch sollen keine Verbraucher, die Wasser niedrigere Qualität benötigen, angeschlossen werden (WC, Kühllungen, Industrieanlagen etc.).

IV. Gebrauchswasser:

Das bestehende Gebrauchswassernetz sollte komplett erhalten bleiben, da dort kein Grundwasser genutzt wird und diese Ressource zwingend zu schonen ist. Das Gebrauchswasser wäre zwingend weiter in WCs, Kühlanlagen und sonstigen industriellen Prozessen zu verwenden.

V. Erdgas:

Wenn Erdgas verwendet wird, dann nur für industrielle Prozesse mit Bio- Methan, nicht für reine Heizzwecke.

7. Zukünftige Wahl der neuen Nutzer:

Bei der Wahl der zukünftigen Nutzer wäre unbedingt darauf zu achten, dass Verbrauchergruppen angesiedelt werden, die eine innere Wärmelast haben und diese an das bestehende Wärmenetz, das dafür bestens geeignet ist, abgeben (idealerweise Rechenzentren mit Cloud&Heat). Auch wäre zwingend zu verhindern, dass einzelne Abnehmer oder Bereiche sich aus dem bestehenden Wärmenetz verabschieden und dezentral zusätzliche Erzeugungen aufbauen.

8. Zukünftige Abwassersysteme:

Die vorhandenen Trennsysteme für Oberflächenwasser (z.B. Regen) mit Direkteinleitung in den Main und die getrennten chemische, ölhaltige und häusliche Abwässersysteme incl. der jeweiligen Reinigungsstufe sollten komplett so bestehen bleiben, soweit diese Abwasserarten weiter zukünftig anfallen.

9. Zukünftige Gebäude:

Die bestehen bleibenden Gebäude sind nach dem neuesten technischen Stand mit Wärmeschutz nachzurüsten. Neue Gebäude sind mindestens nach Bundesförderung für Effiziente Gebäude (BEG), derzeit Effizienzhaus 40 NH-Klasse, zu errichten. Der max. Primärenergiebedarf sollte auf 40% begrenzt werden.

10. Gesamtes Gelände:

Das gesamte Gelände ist weitestmöglich zu entsiegeln und eine hochwertige Begrünung mit standortgerechten Bäumen, Büschen und Vertikalbegrünung ist vorzusehen.

11. Verkehrserschließung:

Die Anbindung an die Bahn und an den Fluss Main über einen Hafen ist weiter zu erhalten und auszubauen. Der Opel-Bahnhof wäre zu modernisieren und barrierefrei auszubauen. Die dort spärlich vorhanden Fahrradabstellflächen wären großzügig zu erweitern. Der Hafen ist für einen regelmäßige Nutzung für Frachten zu ertüchtigen. Die Ladesäulen sind beizubehalten und je nach Bedarf zu erweitern. Bei einer Aufteilung des gesamten Geländes ist zumindest eine direkte Erreichbarkeit der Gebäude von außen mit dem Fahrrad zu ermöglichen.

ENERGIEWENDE Rüsselsheim e. V.

Heike Muster

1. Vorsitzende

Diskussionsveranstaltung zum Bebauungsplan Gewerbepark West (ehemaliges Opel-Gelände)

ENERGIEWENDE e.V. lädt ein zur

Diskussionsveranstaltung zum Bebauungsplan Gewerbepark West, dem ehemaligen Opel-Gelände

am Donnerstag, den 29.Februar 2024 um 20:00 Uhr
im Restaurant Weinhaus Schaab Louis, Ludwigstraße 23, Gewölbekeller.

Wie kann das ehemalige Opel-Gelände zukunftsweisend und klimafreundlich bebaut werden?

Weiterlesen

Einladung zur Veranstaltung “Wärmepumpen und Gebäudeenergiegesetz – Wie ist der Stand der Dinge?”

Nach dem zweimaligen vollen Erfolg des Informationsabends zu „Wärmepumpen in Bestandsgebäuden“ wird die Veranstaltung nun zum dritten Mal durchgeführt. Unter dem Titel “Wärmepumpen und Gebäudeenergiegesetz – Wie ist der Stand der Dinge?” laden wir alle Interessierten für Donnerstag, den 23.11.2023 um 20:00 Uhr in den Kulturcafé-Saal, Darmstädter Straße 31, 64521 Groß-Gerau ein.

Sehr großes Interesse am 2. März 2023 in der Stadthalle Rüsselsheim

WärmepumpeWärmepumpe

Stellungnahme zum Bebauungsplan Nr. 147 „Eselswiese“ im Stadtteil Bauschheim

Diese Stellungnahme hat der Verein ENERGIEWENDE fristgerecht beim Magistrat der Stadt Rüsselsheim eingereicht:

Unsere Stellungnahme bezieht sich auf folgende Punkte der Begründung des Bebauungsplans:

11.2 Nichtmotorisierter Individualverkehr

16 Wärmeversorgung im Plangebiet

Zu 11.2

ENERGIEWENDE e. V. (EW) vermisst eine präzise Aussage darüber, wie angesichts der Vergrößerung von Bauschheim dem zu erwartenden Anwachsen des Radverkehrs zwischen der Kernstadt und dem Ortsteil Rechnung getragen werden soll, zumal das Fahrrad als Verkehrsmittel durch seine stark zunehmende Elektrifizierung überproportional an Bedeutung gewinnt. EW hat im Hinblick auf das „Eselswiese“-Projekt bereits am 19. Mai 2018 die Radverbindung vom Bahnhof Rüsselsheim nach Bauschheim befahren und gemeinsam mit 25 interessierten Bürgerinnen und Bürgern einer kritischen Prüfung unterzogen. Die danach ausgearbeitete Beurteilung sowie Empfehlungen für eine bessere Routenführung hat unsere Vorsitzende am 20. 06. 2019 dem Planungs-, Bau- und Umweltausschuss detailliert mündlich vorgetragen (s. z. B. Mainspitze vom 22.06.2019).

Insbesondere für die Bauschheimer Schülerinnen und Schüler, die eine der weiterführenden Schulen in der Kernstadt besuchen, muss eine verkehrstechnisch bequeme und sichere Radverbindung geschaffen werden, nicht zuletzt auch, um der Zunahme des Autoverkehrs durch Elterntaxis entgegenzuwirken. Damit würde auch dem Rüsselsheimer Radverkehrskonzept Rechnung getragen, das in Abschnitt 7.4 (Weiterentwicklung des Netzes und Fahrradstraßen) ausdrücklich auf diesen Mangel hinweist.

EW begrüßt in diesem Zusammenhang auch die Stellungnahme des Kreisausschusses des Kreises Groß-Gerau zum Bebauungsplan „Eselswiese“.

Zu 16

Wärmebedarf:

EW begrüßt die Empfehlung im Energiekonzept des Tübinger Planungsbüros ebök GmbH für die Wohnbebauung: Effizienzhausstandard EH 40 (alternativ Passivhaus oder EH 40 Plus) für Geschosswohnungen und Effizienzhausstandard EH 40 Plus (alternativ Passivhaus) für Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser werden darin als „völlig konform zu den klimapolitischen Zielen der Stadt Rüsselsheim a. M.“ vorgeschlagen.

EW empfiehlt dringend, diese Bauweise als verbindlich in den Bebauungsplan zu übernehmen.

Wärmeversorgung:

Im Bebauungsplan ist für die drei Nutzungsarten „Gewerbegebiete“, „Urbane Gebiete“ und „Allgemeine Wohngebiete“ eine zentrale Wärmeversorgung vorgesehen.

EW befürwortet zwar auch eine zentrale Wärmeversorgung, jedoch in kleinerem Umfang ohne die „Allgemeinen Wohngebiete“, weil viele Hausbesitzer in den „Allgemeinen Wohngebieten“ eine ihren Wünschen entsprechende Einzelheizung bevorzugen werden und deshalb die für einen wirtschaftlichen Betrieb notwendige Anschlussdichte mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht erreicht werden kann. Weil außerdem das Netz ohne die „Allgemeinen Wohngebiete“ wesentlich kompakter wäre, schlägt EW ein Nahwärmenetz ausschließlich für die „Gewerbegebiete“ und „Urbanen Gebiete“ vor.

Das im Bebauungsplan vorgesehene Holz-Heizkraftwerk lehnt EW ab, weil Holz eine zunehmend wertvoller werdende Ressource ist und durch die Anlieferung unnötiger LKW-Verkehr in den neuen Ortsteil fließen würde. Das zentrale Wärmenetz sollte mangels regenerativer Alternativen möglichst mit Abwärme gespeist werden. Es bietet sich aufgrund des Gewerbegebietes an, die Abwärme eines maßgeschneiderten Rechenzentrums als Wärmequelle zu verwenden.

Begründung: Die Anzahl von Rechenzentren steigt ununterbrochen und damit auch der klimapolitische Druck, die in der Abwärme dieser Zentren enthaltene Energie, die fast genauso groß ist wie die zugeführte elektrische Energie, einer sinnvollen Nutzung zuzuführen. In Deutschland gibt es bisher zwar nur wenige diesbezügliche Projekte. Aber der Blick auf die Entwicklung zum Beispiel in Stockholm, wo bereits 30 kleinere Rechenzentren ihre Abwärme in ein gemeinsames Wärmenetz einspeisen (www.ingenieur.de), zeigt klar, dass eine steigende Zahl der für Rechnen und Speichern erforderlichen Server in kleinen und mittleren Rechenzentren stationiert werden wird. Dieser Trend dürfte sich durch die Nutzung neuer technischer Möglichkeiten fortsetzen, wenn nicht gar verstärken. Flüssigkühlung der Server ermöglicht höhere Abwärmetemperaturen und kann die Temperaturanhebung durch Wärmepumpen überflüssig machen. Steigende Batteriekapazitäten bei sinkenden Preisen werden die Notstromversorgung durch laute Dieselmotoren ablösen, was die Akzeptanz zumindest von kleinen und mittelgroßen Rechenzentren erhöhen wird.

ENERGIEWENDE Rüsselsheim e. V.

Heike Muster

1. Vorsitzende