Neue Kraftwerke entstehen an den falschen Standorten

Diese Vermutung legt der Monitoringbericht von Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt nahe.

Nach dem Bericht (S. 33) befinden sich bundesweit derzeit 10.898 MW an sog „dargebotsunabhängigen“  Erzeugungskapazitäten in Bau, die bis 2016 fertiggestellt sein sollen.  Damit sind Kraftwerke gemeint, die geregelt werden können und nicht vom Wetter abhängig sind. Der größte Teil des Zubaus geht auf das Konto von Kohlekraftwerken. Demgegenüber planen die Unternehmen bis 2018 einen Rückbau von bis zu 9.941 MW. Hieraus ermittelt die Agentur einen positiven Saldo von 957 MW bis Ende 2018.

Allerdings sieht die Situation in Süddeutschland (S. 34) anders aus. Südlich des Mains befinden sich derzeit 1.978 MW in Bau, die voraussichtlich bis 2015 fertiggestellt werden. In den Folgejahren bis 2018 wird derzeit kein weiterer Zuwachs erwartet. Die Rückbauplanungen in Süddeutschland belaufen demgegenüber im Zeitraum 2013 bis 2018 auf bis zu 7.395 MW. Hieraus kann sich ein negativer Saldo von bis zu 5.417 MW ergeben.

Dieser Trend legt m. E. zwei Schlussfolgerungen nahe:  Strom bleibt an der Börse weiterhin billig, da die Erzeugungskapazität nicht abnimmt. Die Netzstabilität in Süddeutschland ist gefährdet, wenn keine Verstärkungen erfolgen. Die Übertragungsnetzbetreiber werden daher Reservekraftwerke unter Vertrag nehmen müssen.

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