„Windkraft-Ödland Hessen“ (Main-Spitze, 03.09.2013)

„ENERGIE: Branche sieht Flugsicherung und enge Auslegung des Naturschutzes als Bremse für neue Projekte“

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In diesem Zusammenhang ist auch ein FAZ-Artikel aus dem Juli interessant.

 

Originaltext

„Windkraft-Ödland Hessen“

03.09.2013 – WIESBADEN

Von Karl Schlieker

ENERGIE Branche sieht Flugsicherung und enge Auslegung des Naturschutzes als Bremse für neue Projekte

Die Energiewende in Hessen wird nach Ansicht der Windkraftbranche von der Flugsicherung und dem willkürlich ausgelegten Naturschutz ausgebremst. „Die mangelnde Kooperationsbereitschaft der Deutschen Flugsicherung beendet in Südhessen die Energiewende, bevor sie begonnen hat“, kritisierte die Vorsitzende des Bundesverbands WindEnergie, Sylvia Pilarsky-Grosch, gestern in Wiesbaden. Sinnvoll sei eine Einzelfallprüfung statt einer pauschalen Regelung. Es geht dabei um den Abstand der Windräder von Drehfunkfeuern, die im Umfeld des Frankfurter Flughafens besonders zahlreich stehen.

Mit der Flugsicherung muss dringend nachgearbeitet werden, stimmte der energiepolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Peter Stephan, zu. Die Forderungen seien teilweise überzogen. Die Energiewendebeauftragte im Schattenkabinett der hessischen SPD, Professor Claudia Kemfert, forderte das Bundesverkehrsministerium auf, in dieser Frage einzulenken.

Zweiter Stolperstein für die Windkraft ist der Naturschutz. „Ein Projekt nach dem anderen scheitert durch die restriktive Handhabung des Natur- und Artenschutzes im Genehmigungsverfahren“, kritisierte Jochen Ahn, Vorstand des Wiesbadener Projektentwicklers ABO Wind. Allen fünf in Nordhessen beantragten Windkraftprojekten drohe das Aus. Dabei gehe es zuweilen kurios zu. So werde in einem Fall ein seit zwei Jahren verlassenes Schwarzstorchhorst als Begründung für die Nichtgenehmigung ins Feld geführt. Der Naturschutz-Leitfaden zum Windkraftausbau werde in der Auslegung willkürlich verschärft. „Hessen erweist sich als Windkraftödland“, schimpfte Ahnen.

„Naturschutz muss man ernst nehmen“, betonte Claudia Kemfert. Aber über Ausgleichsflächen könnten ausreichend Flächen für Windkraft gesichert werden, so die Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin, die sich gegen eine Stigmatisierung der Erneuerbaren Energien als Kostentreiber wehrt. Hessen müsse aufholen.

Die Union lehnt laut Stephan den von der FDP geforderten vorübergehenden Ausbaustopp ebenso ab wie die von der Opposition geplante Herabsetzung der Abstandsregel von 1 000 Meter zu Wohngebieten. Einig sind sich CDU und SPD immerhin im Grundsatz: Die Windkraft ist eine tragende Säule der Energiewende.

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