Wie dreht man eine öffentliche Meinung

Rekordzubau oder Solarausstieg? Was davon stimmt denn jetzt? Sowohl als auch!

Massiv steigende EEG-Umlage trotz seit Jahren dauerhaft stattfindenden Kürzungen? Wie kann das funktionieren?

Der nachfolgende Link zu meinem Gastkommentar in einer Fachzeitschrift gibt zu diesen widersprüchlichen Sachverhalten Erklärungen. Worum geht es?

Bei Einsatz des logischen Verstandes dämmert langsam immer mehr Leuten, dass da irgendwas nicht stimmen kann, denn wie sollen rein mathematisch gesehen neue Anlagen, bei denen die Vergütungen ausschließlich nur noch gekürzt wurden – in 3 Jahren um über 60% ! – und deren Vergütungshöhen schon unter dem liegen, was der Strompreis selbst kostet, gleichzeitig noch zu einer stark steigenden EEG-Umlagenexplosion führen können? Das widerspricht den Gesetzen der direkten Proportionalität. Eine direkte Proportionalität – „jede PV-Anlage lässt durch die an die Anlagenbetreibern ausbezahlte EEG-Vergütung im gleichen Maß die EEG-Umlage steigen“ wird aber tagtäglich durch Politik und Medien suggeriert. Diese Proportionalität ist bereits seit 2010 aufgehoben. Die zu beobachtende Situation der EEG-Umlage kann mathematisch nur funktionieren durch einen separaten Faktor, der indirekte Proportionalitäten auslöst: Das von der Stromwirtschaft entwickelte EEG-Paradoxon über die Vermarktung der grenzkostenfreien Erneuerbaren Energien an einer ausschließlich grenzkostenorientierten Strombörse. Ein von der konventionellen Energiewirtschaft entwickeltes und von deren politischen Unterstützer übernommenes Instrument, endlich das ihnen seit Anbeginn so verhasste EEG abschaffen zu können und die dezentrale Energiewende zu beenden. Begleitet von einem Art medialen Dauer-Mantra zur Bezahlbarkeit der Strompreise, um die Bevölkerung ebenfalls gegen das EEG und die dezentrale Energiewende aufzuhetzen und vorzugaukeln, im Interesse des kleinen Mannes zu handeln. Die EEG-Umlage rast politikgemacht – durch diejenigen, die ununterbrochen die Bezahlbarkeit der Strompreise anmahnen – ununterbrochen in die Höhe, obwohl real die Summe aller an die EEG-Anlagenbetreiber ausbezahlten Vergütungen langsam stagniert.

Tina Ternus

2 Gedanken zu “Wie dreht man eine öffentliche Meinung

  1. Massiv steigende EEG-Umlage trotz seit Jahren dauerhaft stattfindenden Kürzungen? Wie kann das funktionieren?

    Hier die Antwort:

    http://www.sfv.de/artikel/auswirkung_des_konventionellen_kraftwerksparks_auf_die_eeg-umlage.htm

    Stromkunden finanzieren über die EEG-Umlage auch den Weiterbetrieb von Atom- und Braunkohlekraftwerken
    In der energiepolitischen Diskussion wird häufig übersehen, dass die EEG-Umlage nicht nur durch die Einspeisevergütungen für Solar- und Windanlagen entsteht, sondern dass ein wachsender Anteil der EEG-Umlage durch Hinauszögern bei der Umstellung des konventionellen Kraftwerksparks – also durch Planungsfehler – verursacht wird.
    Es geht deshalb im Folgenden darum, die unnötige Belastung der EEG-Umlage durch den Weiterbetrieb der Atom- und Kohlekraftwerke ins öffentliche Bewusstsein zu bringen.

    Hans Diehl

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.