Vortragsreihe der Initiative gegen Atomenergie Gro?? Gerau vom 19. Feb. -21. Mai 2013

Wir freuen uns, dass wir auch in diesem Frühjahr wieder eine Reihe 
interessanter Redner mit spannenden Themen gewinnen konnten.

Alle Veranstaltungen finden statt im Kulturcafésaal des Alten
Amtsgerichts in Groß-Gerau. Beginn ist jeweils um 20 Uhr – der Eintritt
ist frei.

veröffentlicht von
Beate und Walter
(für die Initiative Atomausstieg im Kreiss GG)

www.atomausstieg-gg.de

Photovoltaik billiger als Off-Shore-Wind

Eine aktuelle Studie zu den Stromgestehungskosten von EE ver??ffentlicht das Fraunhofer-Institut f??r Solare Energiesysteme (http://www.ise.fraunhofer.de/de/presse-und-medien/presseinformationen/presseinformationen-2012/erneuerbare-energietechnologien-im-vergleich)

Die Zahlen sind interessant und konterkarieren die weiterhin laufende Kampagne zur Diskreditierung der Photovoltaik. Eine kurze Zitate aus der Pressemitteilung als Anrei??er:

??Ein wesentliches Ergebnis der Untersuchung ist, dass die Stromgestehungskosten bei der Photovoltaik nicht nur in Regionen mit sehr hoher Sonneneinstrahlung, sondern auch in Deutschland unterhalb des Endkundenstrompreises liegen.“

„So belaufen sich an deutschen Standorten die Stromgestehungskosten von Photovoltaik-Kleinanlagen auf 14 bis 20 Cent/kWh.“

„Offshore-Windenergieanlagen verzeichnen dagegen trotz h??herer Volllastzeiten von j??hrlich 3200 Stunden mit 12 bis 16 Cent/kWh deutlich h??here Stromgestehungskosten als Onshore-Anlagen“

Viel Spa?? beim Lesen w??nscht

Hans-Peter Scheerer

Zahlen zur Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien in Hessen

Noch ein paar Zahlen zur Situation in Hessen

4.1.1 Stromerzeugung

Status Quo beim Ausbau der erneuerbaren
Energien in Hessen in Bezug auf die

Stromerzeugung:
                       2008     2009     2010
                       TWh     TWh     TWh
Biomasse         0,98     1,15     1,42
Windenergie      0,68     0,66     0,65
Photovoltaik      0,24     0,35     0,60
Wasserkraft      0,45     0,46     0,53
Geothermie      0,00     0,00     0,00

Stromerzeugung
erneuerbare
Energien gesamt 2,35     2,62     3,20

Nettostromverbrauch
gesamt         38,08     36,71     37,63

Anteil der Stromerzeugung
aus erneuerbaren Energien
am gesamten Nettostromverbrauch
in Hessen
        6,2 %     7,1 %     8,5 %

Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt, 2012

Potenziale beim Ausbau der erneuerbaren
Energien im Strombereich
Der Energiegipfel hat die Potenziale der verschiedenen
Energieformen formuliert. Diese gestalten
sich wie folgt:

Biomasse:           13,4 TWh/a    (Strom und Wärme)
Windkraft:            28   TWh/a    (bei max. Ausnutzung von 2 %
                                               der Landesfläche theoretisch möglich)
Photovoltaik:         6  TWh/a
Geothermie:          0,3- 0,4 TWh/a
Wasserkraft:         0,5 TWh/

Quelle:
www.energieland.hessen.de/mm/Broschuere_Energiegipfel.pdf

Wie geht es weiter mit dem Stromnetzausbau?

Das neue Energiewirtschaftsgesetz verpflichtet die ??bertragungsnetzbetreiber (??NB, Betreiber des H??chstspannungsnetzes und der Regelzonen, derzeit die Unternehmen „50Hertz“, „amprion“, „EnBW Transportnetze AG“ und „TenneT TSO GmbH“) zur Erstellung eines Netzentwicklungsplans Dieser Netzentwicklungsplan wird von allen vier deutschen ??NB gemeinsam erstellt und erstmalig im Jahr 2012 der Regulierungsbeh??rde vorgelegt.

Dazu erarbeiten die ??NB einen gemeinsamen Szenariorahmen, der die Randbedingungen k??nftiger Netznutzungssituationen beschreibt und die Grundlage f??r die Erarbeitung dieses Netzentwicklungsplans ist. Der Szenariorahmen umfasst mindestens drei Entwicklungspfade (Szenarien), die f??r die n??chsten zehn Jahre die Bandbreite wahrscheinlicher Entwicklungen im Rahmen der mittel- und langfristigen energiepolitischen Ziele der Bundesregierung abdecken. Eines der Szenarien wird zudem f??r weitere zehn Jahre fortgeschrieben, um wahrscheinliche Entwicklungen f??r die n??chsten zwanzig Jahre darzustellen. Weiteres zum Verfahren zeigt das Dokument .

Es ist dann an der Bundesnetzagentur (BNetzA) den Szenariorahmen zu genehmigen, was Anfang Dezember 2011 erfolgt ist. (BNetzA genehmigt Szenariorahmen). In den vergangenen Wochen hat die Netzagentur insbesondere mit Energie- und Umweltverb??nden die Berechnungen f??r den k??nftigen Kraftwerksausbau diskutiert, die die vier ??bertragungsnetzbetreiber im Fr??hsommer vorgelegt hatten.

Die Bundesnetzagentur hat ein mittleres Leitszenario und zwei flankierende Szenarien festgelegt. (Szenariorahmen) Nach Einsch??tzung von Pr??sident Kurth erf??llen alle drei Szenarien die Rahmenbedingungen des Energiekonzepts der Bundesregierung. Die Bundesnetzagentur setzt f??r die Energiewende insbesondere auf Windparks an Land, auf die Photovoltaik und auf neue Gaskraftwerke.

Das Leitszenario geht von einem anspruchsvollen und realistischen Ausbau der erneuerbaren Energien aus und kombiniert diesen mit der Annahme, dass im Bereich der konventionellen Erzeugung nur noch die im Bau befindlichen Kohlekraftwerke fertiggestellt werden. Im fossilen Sektor geht die Netzagentur vom Bau weiterer Gaskraftwerke in den kommenden Jahren aus. F??r das Jahr 2022 rechnet die BNetzA mit einer Gesamtleistung von 31 GW, f??r das Jahr 2032 sogar mit gut 40 GW.

Gingen die Netzbetreiber noch von einer installierten Windkraftleistung an Land von 33 000 MW bis zum Jahr 2022 aus, so weist das Leitszenario der Netzagentur eine Kapazit??t von gut 44 000 MW aus. Doch auch 70 000 MW w??ren m??glich, wenn die Pl??ne aller Bundesl??nder Realit??t werden.

Skeptisch zeigt sich die Netzagentur hingegen bei der Windkraftnutzung auf See. Angesichts der Schwierigkeiten bei der Finanzierung und dem Netzanschluss erwartet die Regulierungsbeh??rde eine Erzeugungskapazit??t von weniger als 10 GW. Einen deutlichen Anstieg wird bei der Photovoltaik erwartet, deren Beitrag am Erzeugungsmix im Jahr 2022 durchaus bei mindestens 48 000 MW liegen k??nnten.

Die beiden anderen Szenarien basieren zum einen auf einem geringeren Ausbau der erneuerbaren Energien, kombiniert mit einem h??heren Zubau von Kohlekraftwerken, zum anderen auf einem von den Bundesl??ndern angek??ndigten sehr starken Zubau von EEG-Anlagen, kombiniert mit einem geringeren Anteil konventioneller Erzeugung. Damit wird nicht nur die aus heutiger Sicht wahrscheinlichste Entwicklung ber??cksichtigt, sondern auch eine eher konventionell gepr??gte Erzeugungsstruktur bzw. eine extrem an erneuerbaren Energien orientierte Stromerzeugung.

F??r die Bundesnetzagentur ist klar, dass nur die Netzausbauprojekte in den Netzentwicklungsplan zu ??bernehmen sind, die in jeder der wahrscheinlichen Entwicklungen gebaut werden m??ssen. Diese werden als ‘no regret’-Projekte bezeichnet.

Es wird nun an den ??NB den Entwurf des Netzentwicklungsplans vorzulegen, was bis zum Juni 2012 erfolgen soll. Nach einer ??berarbeitung durch die BNetzA geht der Plan noch in ein parlamentarischen Rahmen, so dass nicht vor 2013 mit einem genehmigten Plan zu rechnen ist.

Hans-Peter Scheerer

Wer finanziert die Energiewende?

Die Finanzierung der Energiewende ist derzeit nicht so sehr im Focus der Öffentlichkeit, wie die möglichen Kosten für den Verbraucher. Gerade deshalb sollte der Blick auf diesen Aspekt gerichtet werden.

 

Die Zahlen die im Raum stehen sind gigantisch. Stefan Bünte, Finanzchef von E.ON Climate & Renewables (EE-Tochter von E.ON) nannte unter Bezug auf die Deutsche Bank eine Spanne von 300-500 Mrd. €, die in Europa investiert werden müssten, um die Energieziele der EU für 2020 zu erreichen. Hinzu kommen noch die hohen Beträge für den Ausbau der Netze, die von EU-Kommissar Öttinger auf 200 Mrd. € geschätzt wurden.

 

Wer hat so viel Geld?

 

Die großen europäischen Energieversorger können diese Summen nicht bewegen, sie sind bereits spürbar verschuldet. Die europäischen Nationalstaaten haben aktuell und in den nächsten Jahren ein großes Schuldenproblem und werden eher sparen. Kassen in der nötigen Größenordnung weisen neben China, den Scheichs und den Ölmultis noch die weltweiten Pensionsfonds auf. Die suchen auch langfristig sichere Investitionen und nicht unbedingt die maximale Rendite. Da sind Investitionen in erneuerbare Energien im Grunde geeignete Anlagen.

 

Allerdings werden nur stabile Rahmenbedingungen für ein deutliches Engagement der Pensionsfonds sorgen. Die Politik hat das noch nicht erkannt. Aktionen wie die rückwirkende Absenkung der Einspeisevergütung in Spanien sind pures Gift für Investitionen. Auch die aktuellen Äußerungen von FDP-Chef Rössler zur EEG-Finanzierung wirken nur schädlich auf Investitionen.

 

Die Energiewende muss noch viele Hindernisse überwinden, die Finanzierung ist eines davon und nicht das kleinste.

 

Hans-Peter Scheerer

Wind speichern und Geld verdienen

Der BINE Informationsdienst berichtet in einem  Fachartikel  über die Funktion des Gasnetzes als Speicher erneuerbarer Energien.

Die Bundesnetzagentur und das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES hatten zu einem Workshop zum Thema „Power-to-gas“ eingeladen. ENERGIEWENDE e. V.  hatte in diesem Blog immer wieder über diese derzeit wahrscheinlichste Speichermöglichkeit für regenerative Energien berichtet. 

Die Vorträge der Referenten stehen auf der  Website der Bundesnetzagentur zur Verfügung. Sie sind durchaus lesenswert, teilweise aber echt Hardcore. Wenn Prof. Dr. Robert Schlögl, Direktor am Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft in Englisch über die offenen Fragen der Katalysatorchemie schreibt, dürften die meisten Leser aussteigen. Interessant ist der Vortrag von Audi zum Thema Power-to-gas im Verkehrssektor aber auch andere Beiträge. Wer mehr wissen will über die Speicherung von Windenergie wird sehr gut bedient.

 

Hans-Peter Scheerer

 

 

Sprit vom Acker: Welche Fahrzeugreichweite pro Hektar und Jahr?

Tomi Engel von der DGS hatte bei einem Vortrag bei Energiewende im Herbst 2010 bereits darauf hingewiesen, dass die direkte Erzeugung von Elektrizit??t auf dem Acker energetisch weit sinnvoller ist als die Umwandlung von Biomasse in Treibstoffe.

In die gleiche Richtung argumentiert auch Prof. Dr.-Ing. Carl-Jochen Winter ( Vice President der International Association for Hydrogen Energy (IAHE)) in einem Gastbeitrag https://www.energie.de/news/fachthemen/sprit-vom-acker-welche-fahrzeugreichweite-pro-hektar-und-jahr_4920.html

auf www.energie.de. ??Das Wasserstoff bei ihm am besten abschneidet verwundert nicht. Dennoch d??rfte die Kernaussage stimmen.

Die Herausnahme von Freifl??chenanlagen aus der PV-F??rderung scheint eher dem Pathos der Gr??nen oder dem Einfluss der Bauernlobby begr??ndet, als aus Effizienzgesichtspunkten.

Hans-Peter Scheerer

Stromspeicherung – Radikal neuer L??sungsvorschlag

Ein Pumpspeicherkraftwerk der anderen Art schl??gt Professor Eduard Heindl von der Hochschule Furtwangen vor. Statt Wasser anzuheben, m??chte er einen Zylinder aus Granit anheben – mit 1 km Durchmesser und 1 km H??he! Mit hydraulischem Druck um 500 m angehoben, k??nnte ein einziger Speicher die Tagesleistung der gesamten Stromwirtschaft in Deutschland speichern. Korrekt m??sste man diesen Speicher als „Hubspeicher“ bezeichnen. Den massiven Granitblock m??chte Heindl mit bergm??nnischen Methoden rings herum frei legen – sozusagen aus dem Vollen gebohrt. Anschlie??end soll eine seitliche Abdichtung daf??r sorgen, dass Wasser darunter gepumpt werden kann. Das Wasser hebt den Granitblock an.

Theoretisch sind die wirtschaftlichen M??glichkeiten gut. Bei einer Vergr????erung des Durchmesser und gleichzeitig der H??he w??chst das Volumen – und damit die Speicherkapazit??t in der 3. Potenz. Da die Hubh??he mitw??chst, geht die Geometrie in der 4. Potenz in die Speicherkapazit??t ein.

Weitere Erl??uterung bietet z. B. Spektrum der Wissenschaft unter http://www.wissenschaft-online.de/artikel/1061069&_z=859070.

Geeignetes geologische Formationen hat er im Schwarzwald, im Bayerischen Wald und im Harz identifiziert.

Meine Meinung dazu: ??Eine k??hne Idee, die es allein aufgrund des wirklich neuen Ansatzes verdient, genauer ??berpr??ft zu werden.

Wie der deutsche Wutb??rger auf einen „Granit-Uluru“ im Schwarzwald reagieren w??rde bleibt abzuwarten.

Hans-Peter Scheerer

Planungstool f??r erneuerbare Energien auf Gemeindeebene

Unter dem Titel „ERNEUERBAR KOMM!“ hat die FH-Frankfurt ein Planungstool f??r Gemeinden und interessierte B??rger ver??ffentlicht (www.erneuerbarkomm.de). Es gibt einen Online-Rechner und einen Leitfaden mit Erl??uterungen. Der Leitfaden ist f??r alle Kommunen im Gebiet des Planungsverbandes Rhein-Main vorbereitet.

Dort sind dann einige Fl??chendaten der Gemeinden hinterlegt. Mit diesen wird versucht abzusch??tzen, welche Fl??chen f??r verschiedene erneuerbare Energien zur Verf??gung gestellt werden m??ssen, um einen bestimmten Anteil des privaten Stromverbrauchs durch EE zu erzeugen. Berechnungsgrundlage f??r alle Gemeinden ist ein Stromverbrauch von 1.740 kWh pro Einwohner und Jahr. Das entspricht dem Durchschnitt der privaten Haushalte in Hessen 2009.

Die Berechnung l??uft sehr nett mit Schiebereglern und kann durchaus eine erste Orientierung geben. Eine echte Potenzialstudie kann das Tool nicht sein, auch wenn der Leitfaden das verspricht. Wenn es um Realisierungsgrade geht, hilft auch kein Schieberegler, da ist kleinteilige Pr??fung notwendig. Dennoch vermittelt der Rechner ein Gef??hl daf??r, wo die gro??en Hebel sind. F??r R??sselsheim wird – m. E. nach sinnvoll – dargestellt, dass selbst mit 100% Nutzung der ausgewiesenen Biomassepotenziale nur ein kleiner Teil des Strombedarfs gedeckt werden kann. Insofern halte ich das Angebot f??r n??tzlich.

Hans-Peter Scheerer

Studie des BMWi zum Ausbau der Erneuerbaren Energien

Ich bin ??ber die Nachdenkseiten auf eine Studie des BMWi aufmerksam geworden, die man im Wirtschaftsministerium wohl nicht so gerne an die gro??e mediale Glocke h??ngen m??chte. Dort wird gezeigt, dass der Ausbau Erneuerbarer Energien offenbar viel schneller erfolgen k??nnte als es im Energiekonzept der Bundesregierung angestrebt wird und bereits im Jahr 2020 ein Anteil von 40% Strom aus EE m??glich w??re. Ich denke es kann nicht schaden wenn wir die Studie hier im Energiewendeblog mal zum Nachschlagen im schnellen Zugriff haben…

gepostet von md