Studie: Erneuerbare Energien machen den Strom günstiger

Endlich: Nun gibt es außer der im Auftrag von Greenpeace vom FÖS erstellten Studie zu den versteckten Kosten konventioneller Stromerzeugung auch Forschungserkenntnisse aus dem akademischen Raum zur positiven Wirkung von Erneuerbaren Energien auf den Strompreis. Forscher der Friedrich-Alexander Universität Nürnberg-Erlangen haben (im Rahmen einer Initiative der Siemens AG) auf der Grundlage von Daten der europäischen Strombörse EEX errechnet, dass die Einspeisung von erneuerbaren Energien den deutschen Stromverbrauchern nach dem Atomunglück in Fukushima 2011 Kosten von  insgesamt 11,2 Milliarden Euro erspart haben.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Strompreissteigerungen in den vergangenen Jahren ohne eine Stromerzeugung aus Wind und Photovoltaik noch deutlich höher ausgefallen wären als die aktuell diskutierten Strompreissteigerungen in Folge des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG). Der Hauptgrund hierfür ist der Rückgang der konventionellen und nuklearen Stromerzeugungskapazitäten, der zu einer Angebotsverknappung und damit einer Erhöhung des Strompreises geführt hätte – wenn nicht Wind und Sonne erheblich preismindernd an den Strommärkten gewirkt hätten.

Allerdings kommen die Forscher zu dem Ergebnis, dass Privathaushalte und gewerbliche Stromverbraucher von der positiven Wirkung der Erneuerbaren kaum etwas auf ihrer Stromrechnung merken, während die heute von der EEG-Umlage befreiten stromintensiven Betriebe enorm vom niedrigen Börsenstrompreis profitieren.

Neben den Strompreisen beschäftigt sich die Studie auch mit dem durch die erneuerbaren Energien geleisteten Beitrag zur Stromversorgung. Ohne Wind und Photovoltaik hätten laut Forscher mit der maximal zur Verfügung stehenden konventionellen und nuklearen Erzeugungskapazität in über 269 Stunden des Jahres 2013 die Nachfrage nur mit Hilfe von Reservekraftwerken gedeckt hätte werden können.

Hier kann man das Diskussionspapier mit dem Titel „Deutschland ohne Erneuerbare
Energien? – Stromkosten und Versorgungssicherheit ohne die Einspeisung Erneuerbarer
Energien in den Jahren 2011-2013“ mit den Ergebnissen einsehen.

Ein Gedanke zu “Studie: Erneuerbare Energien machen den Strom günstiger

  1. Hallo Frau Scheerer.

    Ich habe mich mit diesem Papier, schon eine Weile beschäftigt, und im EIKE Forum schon einige Prügel bezogen, weil ich drauf hingewiesen habe, dass endlich mal jemand die viel gescholtene Energiewende bei Lichte betrachtet.

    Ist eigentlich eine Bestätigung von dem, was 2007 schon im Auftrag vom Bundesumweltministerium, über 8760 Stunden untersucht wurde.

    Schauen Sie mal hier.

    http://www.sfv.de/artikel/wind-_und_solarstrom_senken_den_strompreis_der_merit-order_effekt.htm
    Zitat:
    Für jede Stunde des Jahres ergeben sich andere Angebote und Nachfrageverhältnisse, unterschiedliche Börsenpreise und unterschiedliche Entlastungen durch die Einspeisung von Wind- und Solarstrom.
    Zur endgültigen Beurteilung, wie stark Wind- und Solarstrom den Strompreis entlasten, ist deshalb eine Untersuchung aller 8760 Stunden des Jahres erforderlich. Eine Untersuchung des IfnE (Ingenieurbüro für neue Energien) vom November 2007 im Auftrag des Bundesumweltministeriums ergab eine Senkung des Großhandelspreises durch alle Erneuerbaren Energien für das Jahr 2006 mit einem Volumen von bis zu 5 Mrd. Euro. Zieht man davon die gesamte Einspeisevergütung nach EEG für den Windstrom und alle anderen Erneuerbaren Energien ab, so ergibt sich immer noch eine Netto-Ersparnis von ca. 2 Mrd Euro.

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