Presseecho zum „Stadtspaziergang unter Laternen“ am 11.01.2018; Teil 1: Main Spitze

Be­leuch­tung auf dem Prüfs­tand
STADT­SPA­ZIER­GANG Ex­per­ten schau­en sich nach bei­spiel­haf­ten En­er­gie­spar-Pro­jek­ten um

Von Na­ta­lia Schmidt

RÜS­SELS­HEIM . Mit ei­nem Stadt­spa­zier­gang im La­ter­nen­schein lenk­te der Ver­ein En­er­gie­wen­de am Don­ners­tag­abend die Auf­merk­sam­keit auf ei­ne Un­ter­su­chung in Sa­chen En­er­gie­ver­brauch. An­ge­se­hen hat­ten sich die Ex­per­ten, wo sich in den „Drei ge­winnt“-Kom­mu­nen bei­spiel­haf­te En­er­gie­spar-Pro­jek­te fin­den und wo noch Po­ten­zia­le aus­zu­ma­chen sind. Auf den Prüfs­tand ka­men ins­be­son­de­re die öf­fent­li­chen Ge­bäu­de und die Stra­ßen­be­leuch­tung.

Laut Stu­die liegt Rüs­sels­heim vor­ne

„Die Zah­len zu ver­glei­chen ist na­tür­lich nicht ganz ein­fach“, schick­te Hans Die­ter Sche­rer-Ger­big vom En­er­gie­wen­de-Ver­ein vor­aus. Und ob­wohl man lan­ge auf ver­läss­li­che Zah­len aus den Part­ner­städ­ten hat­te war­ten müs­sen – die­se sind aus 2015 – ha­be die Stu­die ein deut­li­ches Er­geb­nis ge­bracht: Rüs­sels­heim liegt vor­ne. Zu­min­dest, was die Ein­spa­rung an En­er­gie an­geht. „Vie­le Kom­mu­nen ha­ben in den letz­ten Jah­ren ih­re Stra­ßen­be­leuch­tung mo­der­ni­siert und auf ef­fi­zien­te Leucht­mit­tel um­ge­stellt“, er­klär­te Sche­rer-Ger­big – ge­ra­de die Zu­schüs­se aus der Hes­sen­tags­för­de­rung hät­ten dies in Rüs­sels­heim in­nens­tadt­nah mög­lich ge­macht. Er­hellt sind nun das Rat­haus, der Markt­platz und die Stadt­kir­che. Von den ins­ge­samt et­wa 8000 Licht­mas­ten sind in Rüs­sels­heim et­wa 30 Pro­zent auf LED um­ge­rüs­tet.

„Al­le öf­fent­li­chen Ge­bäu­de müs­sen ei­nen En­er­gie­aus­weis ha­ben“, wies Sche­rer-Ger­big auf den Aus­hang im Ein­gangs­be­reich des Rat­hau­ses hin. Der Rund­gang mit Blick auf die ver­schie­de­nen Leucht­mit­tel und Ver­bräu­che be­gann dort, zog sich über den Main­damm und die Markt­stra­ße bis zur So­phien­pass­age. Un­ter­wegs wur­de klar, wie un­ter­schied­lich Be­leuch­tung sein kann und na­tür­lich auch ei­nem ge­wis­sen Zeit­geist un­ter­liegt. Am Hin­ter­ein­gang des Rat­hau­ses in der Faul­bruch­stra­ße ste­hen noch zwei Na­tri­um­dampf­leuch­ten, die aus­ge­tauscht wer­den, wenn die­se Stra­ße er­neu­ert wird.

Seit 2009 wer­de in Rüs­sels­heim re­gel­mä­ßig in kos­ten­spa­ren­de Be­leuch­tung in­ves­tiert – meist dann, wenn Le­bens­zy­klen der Leucht­mit­tel er­reicht sei­en oder Sa­nie­run­gen an­ste­hen. Auf dem neu ge­stal­te­ten Markt­platz lie­ge die Re­du­zie­rung der Kos­ten bei­spiels­wei­se bei 69 Pro­zent, weil statt der bis­he­ri­gen 51 Leuch­ten jetzt nur noch 25 ste­hen, die die Um­ge­bung aber ef­fek­ti­ver er­hel­len. 2018 sol­len die Leuch­ten auf dem klei­nen Park­platz vor der So­phien­pass­age an der Eli­sa­be­thens­tra­ße er­neu­ert wer­den, ließ Sche­rer-Ger­big ver­lau­ten. An die­ser Stel­le wur­de der Ruf nach ei­nem Kli­ma­schutz­ma­na­ger laut, des­sen Be­schluss­vor­la­ge im ver­gan­ge­nen Jahr von der Stadt­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung ab­ge­lehnt wor­den war. Und das, ob­wohl die­se zu 90 Pro­zent vom Bund ge­för­dert wür­de, wei­te­re För­de­rungs­mög­lich­kei­ten mit sich brin­ge und be­son­ders für ein­kom­mens­schwa­che Kom­mu­nen von Vor­teil wä­re. „Die Er­geb­nis­se des Städ­te­ver­gleichs le­gen na­he, dass hier ei­ne gu­te in­ter­kom­mu­na­le Zu­sam­men­ar­beit statt­fin­det. Die­se müs­sen von den Ver­ant­wort­li­chen wei­ter dis­ku­tiert wer­den – auf Ba­sis von „,Drei ge­winnt‘“, mein­te Mat­thi­as Schweit­zer von den Stadt­wer­ken Rüs­sels­heim.

Die Über­sicht zeigt, dass sich Rüs­sels­heim zwar auf die Schul­ter klop­fen kann, was den En­er­gie­ver­brauch an­geht und Kel­ster­bach Nach­hol­be­darf ha­be. Aber auch in der größ­ten Stadt am Un­ter­main ist das En­de der Licht­masts­tan­ge noch lan­ge nicht er­reicht. An­ders als bei der Stra­ßen­be­leuch­tung lan­det Rüs­sels­heim bei der En­er­gie­bi­lanz der Rat­häu­ser, be­dingt durch die äl­te­re Bau­sub­stanz, auf dem drit­ten Platz hin­ter Raun­heim mit sei­nem Neu­bau-Rat­haus und Kel­ster­bach. Für die­se Er­he­bung bei Nicht-Wohn­ge­bäu­den wur­den Küh­lung, Be­leuch­tung, Lüf­tung, war­mes Was­ser und Hei­zung be­trach­tet. Dort fal­len Ge­bäu­de­ab­mes­sung, Dämm­ma­te­ria­li­en, Fens­ter und die Art der Heiz­mit­tel ins Ge­wicht. Der Hei­ze­ner­gie­ver­brauch wur­de auf Grund­la­ge der Flä­che und den Ver­brauchs­wer­ten der letz­ten drei Jah­re er­mit­telt. Für Raun­heim sieht der Ver­ein „En­er­gie­wen­de“ noch Nach­bes­se­rungs­be­darf, was die Of­fen­le­gung der Zah­len be­trifft, da­mit die drei Städ­te künf­tig bes­ser mit­ein­an­der ver­gli­chen wer­den kön­nen.

VER­GLEICHS­ZAH­LEN

Die An­zahl an Licht­punk­ten be­trägt in Rüs­sels­heim 7973, in Raun­heim 1734 und in Kel­ster­bach 1926. Der Strom­ver­brauch (2015) lag in Rüs­sels­heim bei 2 230 980 Ki­lo­watt­stun­den (kW/h) pro Jahr, in Raun­heim bei 656 000 kW/h und in Kel­ster­bach bei 828 862. Zum Ver­gleich: Ein Ein­fa­mi­li­en­haus ver­braucht jähr­lich et­wa 4000 kW/h, 30 Pro­zent da­von sind Licht.

Durch die Um­rüs­tung auf LED liegt der En­er­gie­ver­brauch pro Licht­punkt in Rüs­sels­heim bei 279,8 kW/h, in Raun­heim bei 378,3 kW/h, in Kel­ster­bach bei 430,4 kW/h. (nat)

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