Einladung zur Diskussionsveranstaltung: „Energiewende für Rüsselsheim”

Einladung zur Podiumsdiskussion:
„Energiewende für Rüsselsheim: Was ist erreicht, was muss getan werden?”

am Donnerstag, den 5. September 2013 um 20 Uhr
(Achtung, Anfangszeit auf vielfältigen Wunsch geändert!)
im Hotel-Restaurant Eichsfeld (Stadthalle)

65428 Rüsselsheim, Rheinstr. 7, Lasallesaal

Zur letzten Kommunalwahl hatten wir mit Vertretern der kandidierenden Parteien eine Podiumsdiskussion zum Thema : “Energiewende für Rüsselsheim” veranstaltet. Im Vorfeld hatte der Vorstand eine „Energiewendestrategie für Rüsselsheim” ausgearbeitet.

Sie ist unter diesem Link zu finden. Die damalige Berichterstattung in der Presse ist unter diesem Link (Mainspitze) bzw. hier unter diesem Link (Rüsselsheimer Echo) zu sehen.

Nun, mehr als 2 Jahre nach der Veranstaltung möchten wir gerne von den Fraktionen hören, was seitdem in Sachen Energiepolitik in Rüsselsheim geschehen ist. Was konnten sie umsetzen? Welche Vorhaben sind im Haushaltsplan finanziell abgesichert, welche im Stellenplan?

Auf dem Podium:
Je eine Vertreterin oder ein Vertreter der in der Stadtverordnetenversammlung vertretenen Parteien und Listen

Moderation:
Heike Muster, ENERGIEWENDE e. V.

Wir freuen uns auf zahlreiche Gäste. Der Eintritt ist frei, die Gastronomie der Stadthalle steht zur Verfügung.

Mit sonnigen Grüßen

Heike Muster

Energiewende-Strategie für Rüsselsheim

Hervorgehoben

ENERGIEWENDE e.V. Rüsselsheim stellt hier seine Energiestrategie für Rüsselsheim der breiten Öffentlichkeit und insbesondere den politisch Verantwortlichen zur Verfügung. Die Energiestrategie wurde erstmals am 17. März 2011 im Rahmen der Veranstaltung „Energiepolitische Prüfsteine zur Kommunalwahl“ präsentiert.

 

Hans Dieter Scherer-Gerbig

 

Planungstool für erneuerbare Energien auf Gemeindeebene

Unter dem Titel „ERNEUERBAR KOMM!“ hat die FH-Frankfurt ein Planungstool für Gemeinden und interessierte Bürger veröffentlicht (www.erneuerbarkomm.de). Es gibt einen Online-Rechner und einen Leitfaden mit Erläuterungen. Der Leitfaden ist für alle Kommunen im Gebiet des Planungsverbandes Rhein-Main vorbereitet.

Dort sind dann einige Flächendaten der Gemeinden hinterlegt. Mit diesen wird versucht abzuschätzen, welche Flächen für verschiedene erneuerbare Energien zur Verfügung gestellt werden müssen, um einen bestimmten Anteil des privaten Stromverbrauchs durch EE zu erzeugen. Berechnungsgrundlage für alle Gemeinden ist ein Stromverbrauch von 1.740 kWh pro Einwohner und Jahr. Das entspricht dem Durchschnitt der privaten Haushalte in Hessen 2009.

Die Berechnung läuft sehr nett mit Schiebereglern und kann durchaus eine erste Orientierung geben. Eine echte Potenzialstudie kann das Tool nicht sein, auch wenn der Leitfaden das verspricht. Wenn es um Realisierungsgrade geht, hilft auch kein Schieberegler, da ist kleinteilige Prüfung notwendig. Dennoch vermittelt der Rechner ein Gefühl dafür, wo die großen Hebel sind. Für Rüsselsheim wird – m. E. nach sinnvoll – dargestellt, dass selbst mit 100% Nutzung der ausgewiesenen Biomassepotenziale nur ein kleiner Teil des Strombedarfs gedeckt werden kann. Insofern halte ich das Angebot für nützlich.

 

Hans-Peter Scheerer

Mainspitze: Verein Energiewende fühlt Rüsselsheimer Kandidaten bei Klimapolitik auf den Zahn

Mainspitze
Verein „Energiewende“ fühlt Rüsselsheimer Kandidaten bei Klimapolitik auf den Zahn

 

18.03.2011 – RÜSSELSHEIM

 

Von Tobias Riedl

 

Eine Podiumsdiskussion zum Thema Energie veranstaltete der Verein „Energiewende“. Bis auf „Forum Neues Rüsselsheim“ nahmen Vertreter aller Listen teil. Vor der von Vereinsmitglied Heike Muster moderierten Diskussion präsentierte „Energiewende“ eine selbst entworfene Strategie zur Energiepolitik.

 

Ein Ziel darin ist, den CO2-Ausstoß in den nächsten fünf Jahren um 15 Prozent zu senken. Vor rund 30 Zuhörern in der Stadthalle zeigten sich die Kandidaten einig darin, dass etwas für den Klimaschutz getan werden müsse.

 

Renate Meixner-Römer (SPD) betonte, dass die Stadt im Rahmen ihrer Mitgliedschaft im Klimabündnis einiges auf den Weg gebracht habe, beispielsweise Photovoltaik-Anlagen bei vielen öffentlichen Liegenschaften. Wichtig sei die Zusammenarbeit mit anderen Kommunen. Es solle ein Bewusstsein für optimierten Energieverbrauch geschaffen werden. Für den Klimaschutz bräuchte die Stadt mehr Personalressourcen.

 

CDU: Einrichtungen zusammenlegen

 

Michael Ohlert (CDU) findet, dass im Rahmen des Klimabündnisses noch nicht wirklich viel passiert ist. Es müsse eine Strategie zur Nutzung der öffentlichen Gebäude erstellt werden und eventuell verschiedene Einrichtungen zusammengelegt werden, um so Raum und Energiekosten zu sparen. Für ihn sei Effizienz am wichtigsten, Energiesparmaßnahmen müssten sich rechnen.

 

Dennis Grieser (Grüne) möchte einen jährlichen Bericht zur städtischen Klimapolitik einführen. Bei Neubauten solle der Passivhausstandard angestrebt werden. Zusätzliches Personal würde wohl nicht genehmigt werden, allerdings sollten beispielsweise Hausmeister regelmäßig fortgebildet werden.
Peter Engemann (FDP) will die effiziente Energienutzung extrem ausweiten. Dazu sei ein großes Gesamtkonzept aller Kommunen nötig. Es werde hochqualifiziertes Personal benötigt. Dieses solle aber überregional eingesetzt werden, da es für die Stadt alleine nicht zu leisten ist. Energiekosten müssten bezahlbar bleiben.

 

Linke: Das Image der Autostadt abstreifen

 

Michael Flörsheimer (Linke / Liste Solidarität) sieht eine Maßnahme zum Klimaschutz darin, Autofahrer in der Stadt zu „schikanieren“, beispielsweise durch Tempo-30-Zonen. Das Image der Autostadt solle durch ein ökologisches Leitbild ersetzt werden. Es solle durchgesetzt werden, dass öffentliche Gebäude mit erneuerbaren Energien betrieben werden.

 

Robert Adam-Frick (WiR) fordert, dass jeder beim Klimaschutz mitarbeiten muss. Da mehr Personal nicht möglich sein wird, will er die Umstrukturierung und Weiterbildung des bestehenden Personals.

 

gepostet von Heike Muster

Link zum Originalartikel

Energiedebatte: Unter dem Eindruck der Katastrophe nähern sich die Kandidaten an: Alle suchen nach Alternativen

Rüsselsheimer Echo
19. März 2011 | Von Heinrich Schreiber
Der japanische Faktor

 

Energiedebatte: Unter dem Eindruck der Katastrophe nähern sich die Kandidaten an: Alle suchen nach Alternativen

 

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Podium: Antworten zu energiepolitischen Prüfsteinen des Vereins Energiewende gaben bei einer Podiumsdiskussion am Donnerstagabend in der Stadthalle (von links) Peter Engemann (FDP), Robert Adam-Frick (WiR), Dennis Grieser (Grüne), Heike Muster (Vorsitzende), Renate Meixner-Römer (SPD), Michael Flörsheimer (Linke/verdeckt) und Michael Ohlert (CDU). Foto: Heinrich Schreiber

 

Mit energiepolitischen Prüfsteinen zur Kommunalwahl auf den Zahn gefühlt hat der Verein Energiewende Rüsselsheim den am 27. März antretenden Parteien. Bei der zweistündigen Podiumsdiskussion am Donnerstagabend in der Stadthalle gab es ein überraschendes Ergebnis: Unter dem Eindruck der japanischen Katastrophe zeigten die Kandidaten ein hohes Maß an Einsicht gegenüber den Notwendigkeiten, in höherem Tempo erneuerbare Energiequellen zu erschließen und für -einsparungen zu werben. Energiewende-Vorsitzende Heike Muster sorgte mit straffer Moderation dafür, dass die Aussagen der Parteienvertreter nicht ins Uferlose entglitten.

 

Musters neuer Stellvertreter Hans Dieter Scheerer-Gerbig fasste eingangs die Vorgaben zusammen: Bilanz städtischer Aktivitäten, personelle Erfordernisse für die Zukunft, Sanierung öffentlicher Gebäude, Fotovoltaik, Solar- und Geothermie, Kraft-Wärme-Kopplung, Nutzung von Biomasse, Niedrigenergie- oder Passivhausstandards bei städtischen und privaten Neubauten sowie Reduzierung des Verkehrsaufkommens.
Michael Ohlert (CDU), Renate Meixner-Römer (SPD), Dennis Grieser (Grüne), Peter Engemann (FDP), Michael Flörsheimer (Linke) und Robert Adam-Frick (WiR), die auf dem Podium saßen, hatten für die Darstellung der energetischen Ziele ihrer Parteien oder Gruppen in der neuen Legislaturperiode zeitlich limitierte Vorgaben einzuhalten.
Seit 1992 ist Rüsselsheim Mitglied im internationalen Klimabündnis. Einig ist sich die Runde, dass die Mitgliedschaft zwar richtig ist, dass sie aber in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wird. Renate Meixner-Römer: „Wir haben uns auf den Weg gemacht, sind aber noch lange nicht am Ziel angekommen.“ Grieser, der bis zu einer Nachfrage seiner Fraktion 2006 „kein Wort vom Klimabündnis gehört“ hatte, fordert einen jährlichen Klimaschutzbericht des Magistrats. Ohlert plädiert dafür, mit Maßnahmen, die bis zu Sanktionen reichen sollten, das Energie-Bewusstsein der Bevölkerung zu schärfen. Flörsheimer kritisiert, dass ökonomische Fragen zu sehr in den Vordergrund gerückt sind. Priorität sollten alle Maßnahmen haben, die kurzfristig realisiert werden können. Auch Engemann war die Entwicklung in den letzten Jahren viel zu träge.
Städtische Versäumnisse macht Grieser, der eine Reihe von Sparinitiativen der Grünen herausstellt, am Beispiel des auf Betreiben der SPD gekippten Stadtverordnetenbeschlusses deutlich, privaten Bauherren auf städtischen Grundstücken im Blauen See Passivhaus-Standard vorzuschreiben. Für künftige Baugebiete in Bauschheim kündigt Grieser einen Antrag zur Festlegung auf „mindestens Niedrigenergie-Bauweise“ an. Für den Blauen See, konterte Meixner-Römer, stand die Sorge Pate, Baulustige finanziell überzustrapazieren.

 

Auf differenzierte Betrachtung stößt die Vorgabe von Energiewende, den CO2-Ausstoß städtischer Liegenschaften, einschließlich Gewobau, in fünf Jahren um 15 Prozent zu senken. Für Ohlert ist bei allen Anstrengungen Effizienz unerlässlich. Engemann, der auch für Maßnahmen ist, die nicht optimal sind, plädiert für ein „vernetztes Denken“ (Beispiel Kraft-Wärme-Kopplung), das den höchsten Nutzen verspreche. Adam-Frick mahnt an, nicht nur die Kommune, sondern alle Bürger in die Pflicht zu nehmen. Grieser plädiert für die Erarbeitung eines Handlungskonzeptes. Und Meixner-Römer („erneuerbare Energien sind unsere Zukunft“) verweist darauf, der Umfang der energetischen Aufgaben erfordere zusätzliches Personal oder den Einkauf zusätzlicher Ressourcen.
Einig ist sich die Runde in der Einschätzung der städtischen Betriebe Stadtwerke und GPR, die eine hervorragende Arbeit leisteten. Kritisiert wird aber, dass die politischen Einflussmöglichkeiten nicht optimal sind, weil die kleineren Fraktionen in Betriebskommissionen und Aufsichtsräten nicht vertreten sind. Mehr Fotovoltaikanlagen, Elektrotankstelle, die Verkehrsvermeidung durch intelligente Radwegenetze, Jobtickets und Schikanen wie Fußgängerzone auf der Frankfurter Straße, Höhe Rathaus, wie Michael Flörsheimer anregt – bei all dem folgt die Politik den Konzepten von Energiewende.
In der abschließenden Fragerunde für die knapp 40 Besucher wird der Kreis gewarnt, in Sachen Geothermie Geschäfte mit Konzernen wie RWE zu machen. Ein Besucher will wissen, was ein CDU-Mitglied in Anbetracht der Ereignisse in Japan und der Haltung von Kanzlerin Merkel zu AKW-Laufzeiten eigentlich daran hindert, aus der Partei auszutreten.
Als Handwerker empört sich CDU-Stadtrat Horst Trapp, dass die Stadt für Energieberatung „Ressourcen zukaufen“ müsse, anstatt Ratsuchende an das fachlich durchaus firme Handwerk zu verweisen.

 

Zum Schluss der Diskussionsrunde sollten die Politikvertreter Farbe bekennen, was sie für die Umwelt tun. Adam-Frick ist Mieter und hat auch noch keinen Ökostrom, fährt aber ein Erdgasauto. Grieser hat Ökostrom, fährt kein Auto und isst weder Fleisch noch Fisch. Als Vegetarierin outet sich auch Meixner-Römer. Zudem ist ihr Haus mit einer Solaranlage und einer Wärmepumpe ausgestattet. Ohlert hat sein Eigenheim als Niedrigenergiehaus umgebaut. Flörsheimer ist seit 40 Jahren in der Anti-Atom-Bewegung aktiv und fährt seit zehn Jahren einen Elektroroller. Engemann belässt es bei dem Hinweis, „auch die neuen Energien sind nicht ohne Risiko.“

 

gepostet von Heike Muster