Bericht des Rüsselsheimer Echos über die Podiumsdiskussion „Energiepolitische Wahlprüfsteine“ (OB-Wahl)

Wahlkampfendspurt

Sanierungsstau bei öffentlichen Gebäuden

Von Ralph Keim

Im Wahlkampfendspurt stellten sich auf Einladung des Vereins Energiewende die drei Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl – Patrick Burghardt (CDU), Udo Bausch (parteilos) und Joachim Walczuch (WsR) – einem Thema, das mit Sicherheit nicht den Wahlkampf prägt.

RÜSSELSHEIM. Energie ist ein weites Themenfeld: Es fängt beim Stromsparen an und reicht über die Sanierung von Gebäuden bis hin zum Einsatz von Fahrrädern statt Autos. Entsprechend breit gefächert waren die Themen, über die die drei Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl in Rüsselsheim am 24. September, also Amtsinhaber Patrick Burghardt (CDU) sowie Udo Bausch (parteilos) und Joachim Walczuch (WsR), im Lasallesaal der Stadthalle sprachen. Der Einladung des Vereins Energiewende waren rund 40 Bürger gefolgt.Die sechs Themenblöcke waren den Kandidaten im Vorfeld vorgegeben worden. Erst am Abend selbst gaben sie bekannt, zu welchem Themenblock sie sich äußern wollten. Allerdings mussten die beiden anderen Kandidaten dazu ebenfalls Stellungnahmen abgeben.
Energie sparen
Das Thema Neubaugebiete gab Udo Bausch vor. Dabei ging es unter anderem um die Frage, ob der Anteil an erneuerbaren Energien möglichst nahe an 100 Prozent heranreichen sollte. Udo Bausch informierte, dass er dazu in Kontakt mit der Immobilienwirtschaft stehe. Daher wisse er um die Möglichkeiten des Energiespeicherns bei Wohnhäusern. Für Joachim Walczuch war es wichtig, dass Wohnen grundsätzlich bezahlbar bleibe. Von Investitionen, die sich kaum oder gar nicht rechnen, halte er wenig.Patrick Burghardt erinnerte an das gescheiterte Tiefengeothermieprojekt in Trebur. Bei Erfolg hätte auch Rüsselsheim davon profitieren können. „Ein Freund von Zwängen für Bauherren bin ich nicht“, führte er weiter aus. Seiner Meinung nach müssen Standards gefunden werden, die auch in Zukunft noch aktuell sind und sich für den Bauherren rechnen müssen.Mehr Rad fahren

Das Thema Verkehr hatte sich Joachim Walczuch ausgesucht. Dabei ging es unter anderem um die Förderung des Radverkehrs und ein Verkehrskonzept. Der ÖPNV muss als preiswerte Alternative zum Auto gestärkt werden, forderte Walczuch. Als begeisterter Radfahrer bewertete er die Radwege in Rüsselsheim als gut, aber auch verbesserungswürdig.

Für Patrick Burghardt müssen Konzepte langfristig zukunftsfähig sein. „Und sie müssen interkommunal erarbeitet werden.“ Rüsselsheim sei mit 60 Kilometer Radwegen gut ausgestattet, aber an Optimierungen werde permanent gearbeitet. Udo Bausch mahnte, dass Radwege ständig gepflegt werden müssen. „Als OB werde ich ein wachsames Auge darauf haben.“

Das Thema Gebäudesanierung gab Amtsinhaber Burghardt vor. Dabei ging es um öffentliche Gebäude und darum, wie private Eigentümer motiviert werden können. Für Burghardt müssen private Eigentümer stärker motiviert werden, in energetische Sanierung zu investieren. „Bei öffentlichen Gebäuden haben wir einiges zu tun, auch beim Rathaus.“

Udo Bausch sieht bei den öffentlichen Gebäuden einen hohen Sanierungsstau, der abgebaut werden muss und nicht mehr aufkommen darf. „Die Stadt muss Vorbild für die Bürger sein“, appellierte er. Joachim Walczuch sieht das größere Potenzial bei den Privateigentümern. Er schlägt vor, in Rüsselsheim sogenannte Grüne Hausnummern für vorbildliche Beispiele einer energetischen Sanierung zu vergeben. Die stellvertretende Vereinsvorsitzende Luisa Scheerer moderierte die Veranstaltung und zog ein positives Fazit: „Das Thema Energie prägt sicherlich nicht den Wahlkampf. Daher war es uns umso wichtiger, es mit diesem Abend wenigstens kurz in den Fokus zu rücken.“

16.09.2017

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