Alle Jahre wieder: Der Deckel für die Photovoltaik

Es wird inzwischen schon zu einem alljährlichen Ritual. Der sogenannte „wirtschaftspolitische Flügel der CDU“ wettert gegen die Photovoltaik und fordert stärkere Kürzungen der Einspeisevergütung. Die EEG Umlage ist in diesem Jahr nur marginal gestiegen und auch das nur weil man zusätzliche Ausnahmen für stromintensive Betriebe geschaffen hat. Trotzdem wird weiter gegen die angeblich zu hohen Kosten gewettert. Und wenn das nicht mehr hilft, werden pseudotechnische Argumente wie Netzstabilität und ähnliches aufgefahren. Wenn man es wirklich wollte, wären diese Probleme technisch ohne weiteres lösbar.

Und all das nachdem die Photovoltaikbranche es bisher in jedem Jahr geschafft hat, die Kürzungen der Einspeisevergütung mitzugehen und durch Preissenkungen nach wie vor Photovoltaikanlagen zu verkaufen. In diesem Jahr ist nun wieder einmal der Zubaudeckel bei 1 GWp auf der Tagesordnung. Zum Vergleich: Im Jahr 2010 wurden in Deutschland 7,5GWp zugebaut. Das ist schon ein seltsames Phänomen. Man schafft ein EEG, das das Ziel hat Solarstrom durch Massennachfrage so schnell es geht kostengünstiger zu machen. Das funktioniert alles wunderbar. Es entstehen nicht – wie sonst üblich – Subventionsblasen und künstlich hoch gehaltene Preise. Im Gegenteil, innerhalb eines Jahrzehnts ist es möglich geworden Solarstrom in Deutschland zu produzieren, der billiger ist als der Strom aus der Steckdose. Das haben viele noch vor 10 Jahren für unmöglich gehalten. Dass das für Südeuropa bei 40% höherer Einstrahlung natürlich erst recht gilt, versteht sich von selbst. Und jetzt, wo man das Ziel von bezahlbarem billigem Solarstrom unmittelbar vor Augen hat, versucht man den Zug gegen eine Wand fahren zu lassen. Es braucht schon sehr viel Wohlwollen hinter diesem Ansinnen ein Handeln im Sinne der Bürger zu vermuten. Es scheint doch eher blanker Lobbyismus im Sinne von RWE & Co im Spiel zu sein… Die dezentrale Photovoltaik ist eben die Erzeugungstechnik, die sich am wenigsten mit dem Geschäftsmodell eines großen Stromkonzernes kombinieren lässt. 

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch dieses Video mit einer Diskussion zum Thema beim Forum Solarpraxis in Berlin…

 

geposted von Matthias

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